Eine neue Winzergeneration rockt die Wandergegend nahe an der slowenischen Grenze. Basaltfässer, Stadl-Clubbings und eine Winzer-App: Wie man die Südsteiermark diesen Herbst ganz neu entdecken kann.
© Homolka
Das ist jetzt unser 244. Jahrgang“, sagt Katharina Lackner-Tinnacher. Wer mit ihr auf die Lage Steinbach in Gamlitz schaut, erkennt sofort die beiden Gesichter des steirischen Weinbaus. Seit 1770 pflegt die Familie der jungen Winzerin diesen Fleck Erde. Grauburgunder und Sauvignon Blanc kann man hier auf modernen Sitzmöbeln mitten in der Riede beim Wachsen zusehen. Den Weg dorthin weist das Mobiltelefon. Auf dem Weingut werden die GPS-Koordinaten eingegeben, und die zwei Kilometer lange Runde „Terroir erleben“ beginnt – das ist das moderne Gesicht des Weinbaus im steirischen Süden.
Auch wenn Katharina Lackner-Tinnacher nicht neben den Wanderern steht, erzählt sie mittels Video von ihrer Leidenschaft für den Bioweinbau; gleich als sie vor drei Jahren von ihrem Vater die Leitung des Paradebetriebs mit den markanten Schmetterlingsetiketten übernahm, wurde auf ökologische Verarbeitung umgestellt.
Kübelfleisch und reife Weine. Auch Michael Gross hat seinen Auftritt in den Handyvideos. Der Ratscher Winzer erzählt über die Lagen, die das von Vater Alois Gross bekannt gemachte Haus prägen: Sulz, Perz und Nussberg. Da das Beschreiben allein nicht immer ausreicht, stellt das Duo (der zweite Sohn, Hannes, bearbeitet einstweilen die Reben im slowenischen Teil des Weinguts) einen Gelben Muskateller auf den Tisch, Jahrgang 2008. Etwas, was man auf der Weinkarte selbst kaum bestellt, eröffnet hier einen neuen Blick auf die angebliche „Dreh und Trink“-Sorte. Eine Eye-Opener würden das internationale Gäste wohl nennen. Und spätestens, wenn das Geheimrezept aus den Tagen der Gross’schen Buschenschänke unten im Ort gereicht wird, versteht man die Begeisterung der herbstlichen Stammgäste, die wie die Zugvögel den Winter nur mit einem Ausflug in den Süden beginnen können. In Verhackertem eingelegte Schweinswurst und das ähnlich mürb bis knapp vorm Zerfließen gelagerte Kübelfleisch betäuben die Sinne. Denn fast hätten wir jetzt auf den Schluck des 1997er-Sauvignon Blanc vergessen.
Pst! Geheimtipp Südosten. Nach wie vor eine ruhigere Ecke stellt das südoststeirische Weinland dar. Zumindest denkt man das, bis einem vom Hof Simon Engels die bekannten Elektroklänge von Deladap! entgegenschallen. Vier Tage vorher hat er selbst noch im Hof der Winzerkollegin Sigrid Sorger zur Super-Soul-Partyband aus Graz getanzt, während Muskatellerspritzer und „South East“-Cider zum Schwammerl-
gulasch gereicht wurden. Es geht also durchaus rund in Tieschen, doch die meisten Betriebe sind zu klein, um auch bundesweit wahrgenommen zu werden. Mit gemeinsamen Auftritten – Sigrid Sorgers Winzerkolleginnen agieren etwa als die Weinblüten – will man das Gebiet ein wenig bekannter machen. Der „Tau“, eine weitere Gemeinschaftsproduktion, hat seinen Namen vom alten Franziskanerkloster und dem Kreuz des heiligen Franziskus. „Der Name steht aber auch für Tieschen“, so Winzer Engel, der die ursprünglich 0,5 Hektar des Vaters zu einem beachtlichen Weinbaubetrieb erweitert hat. Beim vinophilen Chillout, seinem jährlichen Weinfestival auf dem Hof, gibt es weitere „Talentproben“ zu kosten. Etwa seine Version der aktuell so modernen Orange Wines, einen auf der Maische vergorenen Traminer oder die homöopathische Menge seines Süßweins.
Vulkan-Riesling und Sarkophage. Denn die Qualität, die auf den ehemaligen Vulkanen wie dem Königsberg wächst, ist beachtlich. Simon Engels „Riesling-Selektion“ reiht sich in die besten Weine der Sorte ein, auch wenn er hier gar nicht dazuzugehören scheint. Für die Bekanntheit sind solche Aushängeschilder ideal, vor allem aber schnell ausverkauft. Ein paar Kilometer weiter in Hof bei Straden erzählt Stefan Krispel die gleiche Geschichte. Sein einzigartiger „B2“ reifte im 1500 Kilo schweren Basalttrog. Die fast vor tropischen Aromen berstende Sauvignon-Grauburgunder-Mischung, die aus dem Stein kam, riss man ihm trotz des Preises von 42 Euro aus der Hand. „Ich habe gleich acht weitere Basaltfässer bestellt“, sagt Krispel, dessen Familie auch den Neusetzer Speck produziert. Der „B2“-Keller sieht dann vermutlich wie eine Gruft der Weinsarkophage aus. Aber so geht eben der steirische Brauch: Immer für eine Überraschung gut!
Genuss-Tipps
- Kernöl und Weine bietet das Genussregal in Vogau unter einem Dach (genussregal.at, täglich geöffnet).
- Den besten Überblick über die Weine der Region bietet die Verkostung der Steirischen Terroir- und Klassikweingüter (STK) am 21. November. Auf Schloss Kapfenstein präsentieren die zehn Winzer je zwei Lagenweine im Jahrgangsvergleich. Der Eintritt beträgt 25 Euro, Anmeldung unter: 03157/300 300 (winkler-hermaden.at).
- Neben großen Weingütern laden Buschenschänken ein, besonders urig: Tamara Kögls Hof in Ratsch (weingut-koegl.com).
Die jungen Winzeradressen:
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© Falkensteiner
Sicher, das Thermenland Steiermark ist ein Paradies für Wellnessurlauber und Golffans. Doch sollte man die zentrale Lage zu den Sehenswürdigkeiten und Genüssen der Steiermark nicht vergessen. Vom Falkensteiner Therme & Golf Hotel Bad Waltersdorf sind es etwa nur 25 Minuten zur markanten Riegersburg und zu Cheese Artist Bernhard Gruber, dem neuen Nachbarn von Chocolatier Sepp Zotter. Auch die Vulcanoschinkenmanufaktur oder die Essigbrauerei von Alois Gölles liegt nur einen Katzensprung vom Vier-Sterne-Superior-Hotel entfernt.
Ebenfalls leicht erreichbar ist die Südoststeiermark, in der die Bioweine des Schlosses Kapfenstein ebenso locken wie die mit drei Hauben gekrönte Küche des Shootingstars Harald Irka auf dem Weingut Neumeister in Straden. Egal, wohin es geht: Dass man im Falkensteiner Therme & Golf Hotel Bad Waltersdorf davor und danach Kraft tankt, ist ein Muss. Der 2500m² große Wellnessbereich des Acquapura SPA spielt schließlich alle Stückerln: 5 Pools mit einer ausgedehnten Saunalandschaft inklusive Erlebnissaunaaufgüsse und Steirischer Naturwellness. Auch die Kulinarik vom regionalen Pfirsichsaft beim Frühstück bis zum saftigen Steak verstärkt das steirische Wohlfühlgefühl.
Details zum Gewinnspiel:
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Gültig bis 31. 8. 2016 – einlösbar auf Anfrage und Verfügbarkeit mit Anreise am
So, Mo, Di, exklusive Feiertagsperioden, keine Barablöse möglich.
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via Chebli Mohamed
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