Mamie Gummer © Getty Images
In „Ricki – wie Familie so ist“ steht die Tochter von Meryl Streep mit ihrer berühmten Mutter vor der Kamera
Mit der schmalen Nase und ihren blonden Haaren sieht sie aus wie die junge Meryl. Kein Wunder, denn Mamie Gummer ist die älteste Tochter der 19fach Oscar nominierten Schauspielerin. Die Schauspielerin machte sich einen Namen im Theater in New York, aber hatte auch schon diverse Rollen im TV wie in „Good Wife“ und in Kinofilmen wie „Cake“ und „Side Effects“. Doch nun steht sie mit ihrer berühmten Mutter in „Ricki – wie Familie so ist“ vor der Kamera. Meryl Streep spielt eine alternde Rockerin, die kein sehr gutes Verhältnis zu ihren Kindern hat, da sie sich eher der Musik als der Kindererziehung gewidmet hat. Ich sprach mit Mamie Gummer in New York, wo sie den Film promotete.
Sie spielen an der Seite Ihrer Mutter. Und gleich in der ersten Szene, schreien Sie sie an. Ist es schwierig so eine emotionale Szene mit der eigenen Mutter zu drehen?
„Zum Glück hat mein Verhältnis zu meiner Mutter keine Ähnlichkeit mit der Situation, solche Emotionen und scharfe Worte tauschen wir nicht aus. Daher konnten wir uns ganz auf die Rollen als Julie und Ricki konzentrieren. Wir haben uns kopfüber da rein gestürzt. Man lässt das Biest heraus und macht es einfach. Es war erstaunlich einfacher, als ich es mir gedacht hatte. Wir alle haben ja manchmal Alltags-Momente, wo man so richtig sauer ist und darauf griff ich zurück.“
Haben Sie sich danach umarmt?
„Genau! Wir waren beide erleichtert, als es vorbei war. So eine Szene nimmt ganz schön viel aus einem heraus – ich habe mich danach schlafen gelegt, um zu entspannen.“
Ich habe gelesen, dass Sie die Karriere von Schauspielerin Edie Falco bewundern. Ich war erstaunt, dass Sie nicht ihre eigene Mutter nannten.
„Oh, ich dachte, das wäre zu offensichtlich und die Antwort, die alle erwarten. (lacht)
Meryl Streep © BANG Showbiz
Ihre Mutter ist eine Ikone in Hollywood. Gibt es gute Ratschläge, die Sie ihnen gegeben hat?
„Ich glaube, wenn ich zu sehr auf sie zurückgreifen würde, dann hätte ich weniger Respekt vor mir selbst. Ich versuche meinen eigenen Weg zu gehen.“
Aber sie hat doch sicher Bombentipps wie man zum Beispiel in ein Casting geht?
„Ja, sie sagt fahr über die Fountain und nicht über den Sunset Boulevard! Das sind Tipps wie ich in Los Angeles fahren soll, damit ich nicht zu spät komme. (lacht) Ich habe einen Tipp von meiner Mutter bekommen und der ist, verteidige und liebe den Charakter, den du spielst. Verurteile ihn nicht, sondern verstehe, warum er so handelt. Und das tue ich.“
Sie spielen viel am Theater, haben aber zuletzt auch viele TV- und Kinorollen angenommen. Möchten Sie mehr in die Richtung gehen?
„Meine Liebe gilt dem Theater. Aber wenn ich schon so glücklich war, eine der tollen Rollen zu ergattern, dann kriegt man 500-600 Dollar pro Woche Gage. Deshalb müssen viele – und dazu gehöre ich auch – diese Liebe mit anderen Jobs finanzieren. Und genau da kommt das Fernsehen und Kino ins Spiel. Und da gibt es auch wunderbare Rollen, die sehr viel Spaß machen.“
Mamie Gummer © Getty Images
Es heißt immer, es gibt nicht so viele spannende Rollen für Frauen in Hollywood. Sehen Sie das anders?
„Das kommt darauf an, was für Filme man machen will. Meiner Meinung nach sind die weiblichen Rollen in Blockbustern eher langweilig, aber bei Independent Filmen sind sie durchaus interessant. Deshalb mache ich gerne Filme mit kleinem oder gar Micro-Budget! (lacht) Und ich muss gestehen, seitdem ich nicht mehr in den 20ern bin, kriege ich auch bessere Rollen angeboten. Denn ich muss nicht mehr nur die Freundin spielen, sondern eine Frau mit Ecken und Kanten. Die Freundin-Rolle war nie so mein Ding.“
Ihre Mutter hat zuletzt in Musicals und jetzt in diesem Film ihr Talent als Sängerin gezeigt. Gibt es im Hause Gummer noch andere Sänger? Wie steht es mit Ihnen?
„Mein Bruder ist ein Singer-Songwriter. Deshalb ist er ziemlich gut. Überhaupt ist die Familie sehr musikalisch. Mein Cousin spielt Geige, ein anderer das Klavier. Alle unsere Familienfeiern sind ein großes Gesangsfest. Ich bin ehrlich gesagt eine gute Sängerin, aber es gibt keine Möglichkeit das zu beweisen – denn ich kriege Lampenfieber, wenn ich vor Leuten singen muss. Daher müssen Sie es mir einfach mal so glauben.“ (lacht)
Ihre Familie ist überhaupt sehr kreativ. Eine Ihrer Schwestern ist Model, die andere Schauspielerin. Haben Sie je überlegt in die Fußstapfen Ihres Vaters dem Bildhauer Don Gummer zu treten statt in die Ihrer Mutter?
„Natürlich. Ich habe den Kunst-Unterricht geliebt! Aber ich war einfach nicht so gut und ich habe so wenig Geduld – ein Muss für einen Künstler. Und außerdem ist meine Sehkraft schwach – alles keine guten Voraussetzungen. Deshalb hat sich das schnell erledigt und war einfach nichts für mich.“
Julide Tanriverdi
Fragen? Ideen? Kommentar? Schreiben Sie Julide eine e-mail an holodeck@interzonenews.com
Hier geht es zum Lebenslauf von Mamie Gummer
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via Chebli Mohamed
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