dimanche 21 février 2016

Die TV – Kolumne: Vom Glück der Schlaflosigkeit

Nachts von Sender zu Sender zu wandern ist ein außerordentliches Vergnügen. Für BESSER geht Wolfgang Wieser auf Entdeckungsreise

Quo vadis? Vom alten Rom auf eine Reise um die Welt

Wer weiß, wie es ist, nächtens keine Ruhe zu finden (und sich stattdessen zunehmend grantiger werdend von einer auf die andere Seite zu werfen), dem sei tröstend gesagt, dass Morgenstund’ zwar nicht zwingend Gold im Mund hat, sehr wohl aber zur allgemeinen Erheiterung beitragen kann. Allerdings nur dann, wenn Sie die Zeit der Schlaflosigkeit nicht als Ärgernis betrachten, sondern als geschenktes Häppchen bewusster Lebensfreude, das Ihnen wer weiß auch immer zur Verfügung gestellt hat.

Also beginnt dieser Tag dankenswerterweise bereits kurz nach drei Uhr früh. Und zwar direkt im alten Rom. Dort ist gerade Marcus Vinicius (Robert Taylor) von einem Feldzug von Britannien nach Rom zurückgekehrt. Kaiser Nero (Peter Ustinov, in der Tat genial) gebietet ihm, vor der Stadt zu lagern. Der Mann, unschwer als ganz schön gaga zu erkennen, will dem Volk erst Brot und Spiele bieten, später dann die totale Unterhaltung – indem er Rom ansteckt, um stattdessen die Stadt Neropolis zu errichten. Erstaunlicherweise hat die Bevölkerung dafür absolut kein Verständnis und will Nero an den Kragen. Dieser wiederum macht die Christen für den Brand verantwortlichen, was dem Drama eine neue Wendung gibt . . . Ja, wir befinden uns in dem 1951er-Film-Klassiker „Quo vadis“ (TNT), entscheiden uns aber nach knapp 100 Minuten (der Film dauert 175) doch für einen Film-Wechsel auf MGM, wo gerade Woody Allens „Eine Sommernachts-Sexkomödie“ läuft.

Woody Allen

Woody Allen © Cover Media

Um ganz ehrlich zu sein: Der Titel erfüllt, selbst bei genauer Kenntnis des Allen’schen Werks, nicht unbedingt die Erwartungen. Der Sommer lässt sich erahnen, Sex und Komödie jedoch kaum, was uns allerdings erst beim Wiedersehen bewusst wird. Denn wie so vieles, was in den 1980er-Jahren passiert ist, haben wir in der Zwischenzeit verdrängt. Weshalb wir das amüsante Detail, dass Mia Farrow (damals noch nahezu frisch mit Woody Allen liiert) für ihre „Leistung“ mit der Goldenen Himbeere, so etwas wie einem Negativ-Oscar, ausgezeichnet wurde, nachschlagen mussten.

 © Wild Bunch Germany

© Wild Bunch Germany

Aber dann: „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ (Sky Emotion). Große Freude. Wir raten Ihnen, lassen Sie sich von grantigen Kritikern, die vermutlich alle schlecht geschlafen haben, diesen Film nicht miesmachen. Wie lehrt uns Hector doch in seiner Lektion Nr. 20? „Glück ist eine Sichtweise auf die Dinge.“ Unsere Sichtweise auf diesen Film ist eine durch und durch positive. Allein in das Gesicht des Psychiaters Hectors (gespielt von Simon Pegg) zu sehen, ist die 119 Minuten wert. Für alle, die nicht wissen, worum es in Buch (war zuerst da, geschrieben hat’s François Lelord) oder Film geht: Psychiater Hector befindet sich in einer Lebenskrise und beschließt deshalb, eine Reise zu unternehmen, die ihn kreuz und quer über den Globus führt – sein Ziel: das Glück zu finden. Seine Erkenntnisse notiert und skizziert er in einem Büchlein, z. B. Lektion Nr. 15: „Glück ist, wenn man sich rundum lebendig fühlt.“ Kein Problem nach diesem Film. Auch wenn Sie nicht geschlafen haben.

Wolfgang Wieser

 

Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück

am 13.03. um 21:45 Uhr auf Sky Emotion 

Quo vadis?

am 21.03. um 06:00 Uhr auf TNT Film 

Eine Sommernachts-Sexkomödie

am 24.03. um 07:00 Uhr auf MGM

 

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via Chebli Mohamed

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