mercredi 28 octobre 2015

Auf dem Berg hab ich atmen können

Das Mountainfilm-Festival lockt jedes Jahr tausende Gipfelstürmer ins Land der Berge. Organisiert von Robert Schauer, selbst Mount-Everest-Bezwinger.

Der Bergsteiger im BESSER-Gespräch
© Robert Schauer

© Robert Schauer

Ein zaundürrer Bub war er, zu schwach, um mehr als zehn Meter zu laufen. Bis er sich die Seele aus dem Leib blies, wieder und wieder einen Fußball nur mit der Kraft seiner Lungen aufpumpte. Wenige Jahre später, auf Schuhgröße 44 angewachsen, bestieg er seinen ersten Berg, den Großen Priel und irgendwann auch den Mount Everest. Heute ist Robert Schauer, 62, einer der bekanntesten Bergsteiger des Landes und Organisator des weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Mountainfilm-Festivals in Graz.

Sie wurden im Jahr der Erstbesteigung des Mount Everest geboren – ein Omen, oder dürfen Bergsteiger nicht abergläubisch sein?
Natürlich sind Bergsteiger auch abergläubisch. Ich selbst habe über die Jahre ein Bauchgefühl entwickelt, wann etwas geht und wann nicht. Auch diese Geschichten erzählen wir bei unserem Filmfestival.

Woher kam die Idee dafür?
Als junger Extremalpinist war ich im Montblanc-Gebiet unterwegs. Französische Bergsteigerfreunde haben in einem Café 16-mm-Streifen von ihren Touren gezeigt – das hat mich ungeheuer fasziniert. Daraus ist die Idee entstanden, ein entsprechendes Festival zu organisieren.

Zuerst im Zweijahresrhythmus.
Genau, glücklicherweise hat es immer mehr Strahlkraft bekommen, seit 1992 gibt es uns deshalb jährlich. Heuer wurden 235 Filme aus 23 Ländern eingereicht; wir sind gerade dabei, rund 90 Filme für die fünfköpfige internationale Jury auszuwählen.

Was macht einen guten Bergfilm aus?
Er muss wie jeder andere Film auch eine gute Geschichte erzählen. Und er muss von der Dramaturgie der Kameraführung und von der Schnitttechnik her hervorragend sein.

Wie sind Sie zum Klettern gekommen?
Ich hatte große Furcht vor dem Meer, in Jugendjahren wäre ich zweimal fast ertrunken. Irgendwann war mir klar, Wasser ist nichts für mich, an den Bergen kann man sich wenigstens anhalten (lacht). Begonnen hat es damit, dass ich mich schon immer für fremde Kulturen und die damit verbundenen Abenteuer interessiert habe. Mit 14 habe ich den Großen Priel bestiegen, das war eine Initialzündung, und auf dem Berg hab ich endlich atmen können …

Ein schöner Satz.
Ja, das war wie ein Abstreifen von Fußfesseln. Ich war als Kind schwerer Bronchialasthmatiker, konnte kaum mehr als zehn Meter laufen, ohne außer Atem zu kommen. Ich war zaundürr, nur Haut und Knochen. Ich war mehrmals auf der Stolzalpe, weil vermutet wurde, dass ich Tuberkulose haben könnte. Zwecks Therapie musste ich dort eine Fußballseele, also den Innenteil einer Lederwuchtel, aufblasen, um meine Lungenkapazität zu verbessern. Und irgendwann hat sich rausgestellt, dass ich weiter als zehn Meter rennen kann.

Bergsteigen ist gerade extrem angesagt – freut Sie das, oder machen Sie sich Sorgen um die Bergwelt?
Es freut mich, weil es eine wunderschöne Möglichkeit ist, unsere Natur, Freunde und sich selbst kennenzulernen. Wir dürfen nur nicht vergessen, allem mit gebührendem Respekt zu begegnen.

Warum sind Berge so faszinierend?
Im Buddhismus gelten sie als der Thronraum der Götter, sie sind bedrohlich und lebensspendend zugleich, und sie haben etwas ungeheuer Archaisches.

Zurück zum Mount Everest. Sie waren 1996 dabei, als 30 Bergsteiger von einem Wetterumschwung überrascht wurden, acht starben damals – Szenen davon sind im IMAX-Hit „Everest“ zu sehen gewesen.
Ich war auf 6500 Metern in einem Hochlager, als es passiert ist. Ohne es zu wissen, haben wir einen Teil des dramatischen Geschehens mit unseren langen Fernrohren verfolgt. Natürlich waren auch Menschen dabei, die zu wenig Erfahrung hatten, eine Japanerin zum Beispiel, die nicht wirklich mit Steigeisen umgehen konnte. Ein Erlebnis, das mich sehr geprägt hat. Viele glauben auch heute noch, dass man Abenteuer kaufen kann. Aber Abenteuer ohne Risiko kann man nicht kaufen.

 

Mountainfilm Graz 2015
Von 10. bis 14. November sind die besten Outdoor-Filmproduktionen in Graz zu sehen.

Das seit 1986 bestehende, international renommierte Filmfestival bietet nicht nur Kinoabenteuer, es ist auch Treffpunkt für Abenteurer, Naturfilmer und Bergsteiger. Viele Filmemacher präsentieren ihre Geschichten persönlich auf der Bühne und geben Hintergrundinformationen zu den oft abenteuerlichen Drehbedingungen. Veranstaltungsorte: Congress Graz, Dom im Berg, Schubertkino

Mehr Infos unter: www.mountainfilm.com

 

© Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer © Robert Schauer
© Robert Schauer
im TV

The Asgard Project – 12 Tage in der Steilwand
am 26. 9. um 21.05 Uhr auf RTL Living

© National Geographic Channels

© National Geographic Channels

Sekunden vor dem Unglück: Todeskampf am Mount Everest
am 20.9., 21.50 Uhr auf Nat Geo/HD

© Sky Vision

© Sky Vision

Erdbeben am Mount Everest
am 20.9., 21.00 Uhr (deutsche Erstausstrahlung im Zweikanalton) auf Nat Geo/HD

 

Gewinnspiel

Gewinnen Sie 5×2 Karten für das Mountain Filmfestival in Graz für Beiträge Ihrer Wahl.

Teilnahmeschluss: 05.11.2015

 

Mountain Filmfestival Gewinnspiel

  • Anschrift

 

Verifizierung

 

 

The post Auf dem Berg hab ich atmen können appeared first on BESSER - das Hollywood-Magazin.



via Chebli Mohamed

Aucun commentaire:

Enregistrer un commentaire