Charlotte Le Bon © Getty Images
Sie war Model. Sie war Wetter-Lady. Doch mit „The Walk“ scheint sich für sie endgültig das letzte Wölkchen verzogen zu haben. Wir prognostizieren der 29-jährigen Kanadierin eine strahlende Zukunft, eine ungetrübte Schönwetterkarriere
Es war sicher alles andere als ein gemütlicher Spaziergang, als Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) am 7. August 1974 auf einem Drahtseil und ohne ein Fangnetz zwischen den beiden Türmen des World Trade Center balancierte. Unter den wenigen Augenzeugen war damals seine Lebensgefährtin Annie Allix (Charlotte Le Bon). Das 3-D-IMAX-Spektakel ist die erste große Hollywood-Rolle der kanadischen Schauspielerin Charlotte Le Bon. Bisher entzückte sie uns als Marguerite in „Madame Mallory und der Duft von Curry“ oder als Victoire Doutreleau im gleichnamigen Bio-Pic über Modelegende Yves Saint Laurent. Barbara Gasser traf das frühere Model und die ehemalige Miss Meteo des französischen TV-Senders canal+ im mexikanischen Cancun.
Die 3-D-Effekte in „The Walk“ sind so überzeugend, dass einem im Kinosessel schwindelig wird. Haben Sie Höhenangst?
Ich habe nicht unbedingt Höhenangst. Was mich abschreckt, ist das Drahtseil. Ich habe einige Versuche unternommen, bin aber jedes Mal heruntergefallen. Dabei bin ich sonst nicht unsportlich und Mut habe ich auch, aber das Balancieren auf dem Drahtseil war unmöglich. Mein Kindheitstraum war, als Turmspringerin bei der Olympiade mitzumachen.
Mut – was ist das für Sie?
Es war mutig, von Montreal wegzugehen. Nicht zu wissen, was auf mich zukommt. Ich hatte auch keine Ahnung, was ich vom Leben erwartete. Das war vor fünf Jahren. Damals war ich keine Schauspielerin. Als ich in Paris ankam, kannte ich niemanden und fing ganz unten an.
Warum sind Sie nach Paris ausgewandert?
Es mag grauenvoll klingen, aber ich bin wegen der Verdienstmöglichkeiten nach Paris gegangen. Dabei habe ich das Modeln gehasst, weil man null Wert hat. Nur das Aussehen hat Wert. Das hat mich echt deprimiert. Deshalb habe ich es auch sein lassen. Aber aus irgendeinem Grund war mein Typ in Paris gefragt. Daher übersiedelte ich nach Paris. Ich kam bei einem TV-Sender unter und hatte später meine eigene Show. So begann ich meine eigenen Sketches zu schreiben und zu spielen. Da bin ich Filmproduzenten aufgefallen und wurde zu Castings eingeladen. So hat meine Schauspielkarriere begonnen.
Sind Sie Single?
Nein. Mein Freund ist Music-Manager. Er heißt Alexis Sevenier und arbeitet mit den französischen Heavy-Metal-Bands Mass Hysteria, Cult of Luna, Lilly Wood und noch anderen. Doch die sind ziemlich unbekannt.
Was war das schönste Kompliment, das Ihnen jemand gemacht hat?
Steven Spielberg, der gemeinsam mit Oprah Winfrey meinen Film „Madame Mallory und der Duft von Curry“ produzierte, soll zu Robert Zemeckis gesagt haben: „Schau dir doch diese Schauspielerin an.“ Ich weiß nicht, ob das wahr oder ein Gerücht ist. Aber wahr oder nicht, diese Worte sind für mich das schönste Kompliment und werden auf meinem Grabstein stehen!
Wie sind Sie zur Rolle gekommen? Hat Sie Regisseur Robert Zemeckis angerufen und gecastet?
Mein Agent wurde von Robert Zemeckis angerufen. Der Regisseur schlug ein Treffen vor, unser Gespräch dauerte 20 Minuten. Dann wurde ich zu einem weiteren Casting eingeladen und nach der zweiten Runde erfuhr ich, dass ich die Rolle der Annie Allix in „The Walk“ bekomme.
Haben Sie Annie Allix, also die Lebensgefährtin von Philippe Petit, kennengelernt?
Ich hätte sie für mein Leben gern kennengelernt, aber Regisseur Robert Zemeckis wollte das nicht. Vielleicht weil sie zu sehr im Schatten von Philippe Petit lebt. Petit war ein großer, charismatischer Künstler. Doch große Künstler haben auch ein großes Ego. Wie alle hat sich Annie Allix von seinem Traum – und natürlich auch von ihm – verführen lassen. Philippe ist zweifelsohne die große Liebe von Annie. Für mich ist Annie Allix eine Künstlerin auf der Suche nach der Realisierung ihrer eigenen Visionen.
Joseph Gordon-Levitt spielt Philippe Petit. Was haben Sie sich von ihm abgeschaut?
Joseph ist so real wie ein Cyborg. In den 15 Filmen, die ich gedreht habe, war niemand disziplinierter und professioneller als Joseph. Ich weiß gar nicht, wann er geschlafen hat. Wahrscheinlich nie. Und er hat sich kein einziges Mal beklagt. So etwas habe ich noch nie erlebt. Joseph ist zu meinem Vorbild geworden. Am Ende der Dreharbeiten habe ich mir geschworen: Ich will so werden wie er.
Barbara Gasser
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via Chebli Mohamed
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