mardi 27 octobre 2015

Matt Damon: Hoffnung für die Menschhheit

Matt Damon

Matt Damon © John Russo Courtsey of Twentieth Century Fox 2015

„Ohne Familie würde ich durchdrehen“, sagt Matt Damon. Wir haben ihn getroffen und mit ihm über Marsianer und den nächsten Bourne gesprochen

Der Marsianer ist die moderne Version von Robinson Crusoe“, sagt Matt Damon. Und er muss es wissen. Er ist der Marsianer. Gestrandet auf dem roten Planeten und auf Erden für tot gehalten, beginnt für den Astronauten Mark Watney (Matt Damon) der Überlebenskampf: „Die größte Herausforderung besteht darin, in dieser Situation nicht den Optimismus und Humor zu verlieren.“ Mit dem entspannten Lächeln eines Siegers erzählt Damon beim Toronto Film Festival, wie er mit dem Alleinsein umgeht. Seine argentinische Frau Luciana, Stieftochter Alexia und die Töchter Gia Zavala, Isabella und Stella sind in die größte kanadische Stadt nicht mitgekommen. Sie entspannen sich auf den Kanarischen Inseln, wo Matt Damon seinen nächsten „Bourne“ dreht. Klar, dass wir wissen wollten, wo Bourne in den vergangenen zehn Jahren gesteckt hat.






Allein auf einem Planeten – eine moderne Robinsonade

Sie sind ganz allein hier in Toronto. Genießen Sie’s, oder geht Ihnen die Familie ab?
Normalerweise begleitet mich meine Familie, vor allem, wenn ich länger irgendwo drehe. Die Momente, in denen ich allein bin, kann ich an einer Hand abzählen. Es wäre auch gelogen, würde ich mir als vierfacher Vater nicht gelegentlich eine Auszeit auf dem Mars wünschen. Aber im Grunde mag ich den Familientrubel. Wäre ich tatsächlich mutterseelenallein auf dem Mars und könnte nicht zur Familie zurückkehren, würde ich durchdrehen.

Wann haben Sie das letzte Mal das Gefühl von Verlassenheit oder Einsamkeit verspürt?
Das liegt glücklicherweise schon viele Jahre zurück. Das war in Los Angeles. In dieser Stadt fühlt man sich schnell isoliert, wenn man arbeitslos ist. Und das war ich, als ich nach Los Angeles kam. Ich war ein arbeitsloser Schauspieler. Da beschleicht einen das Gefühl der Einsamkeit und des Ausgeschlossenseins. Den Existenzkampf habe ich nur mit der Hilfe meiner Freunde überlebt. Wir waren alle arbeitslose Schauspieler. Aber wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben.

Der Marsianer

Der Marsianer © 2014-2015 Twenthieth Century Fox Film Corporation

Zwanzig Jahre später arbeiten Sie mit einer Regielegende wie Ridley Scott. Was ist das Besondere an diesem Ausnahmeregisseur?
Das Besondere an Ridley Scott ist, dass er seinen Schauspielern maximalen Raum lässt, sich einzubringen. Er beobachtet, und wenn ihm die Richtung gefällt, lässt er die Leine länger und länger. Wenn sie ihm nicht gefällt, kritisiert er nicht, sondern schlägt leise Korrekturen vor. Das macht er so geschickt, dass man als Schauspieler das Gefühl hat, „Ridley liest meine Gedanken“. Darüber hinaus ist Ridley Scott ein Meister hinter der Kamera. Normalerweise ist jede Einstellung, jeder Winkel, jeder Lichteinfall eine aufwendige Operation. Ridley operiert mit vier Kameras gleichzeitig. Kein anderer hat dieses Handwerk so perfektioniert wie er. Ich schaute einige Male zu, wie er hinter den Monitoren arbeitet. Als ich meinte, „Ridley, jede einzelne Aufnahme ist perfekt“, blickte er eine Sekunde auf und antwortete: „Ich weiß. Die sind seit Langem perfekt.“ Das ist Ridley Scott.

Abgesehen von der Zusammenarbeit mit Regisseur Ridley Scott, was hat Sie gereizt, den Marsianer Mark Watney zu spielen?
Ridley Scott war, wie Sie richtig sagen, ein Grund. Ein weiterer war die Message und die zwei Seiten dieser Botschaft. Zum einen, dass ein Mensch für die gesamte Menschheit einsteht. Denn als Mark Watney klar wird, dass er gestrandet ist, wird er nicht verrückt, sondern versucht, sein Problem schrittweise und methodisch zu lösen. Als Wissenschafter ist er sich auch bewusst, wie wichtig seine Aufzeichnungen für die Nachwelt sind. Auf der anderen Seite sehen wir auch, dass ein Menschenleben Hoffnung für uns alle repräsentiert. Dass jedes Menschenleben zählt. Dass wir als Gesamtheit alle Kräfte mobilisieren und nichts unversucht lassen dürfen, um ein Menschenleben zu retten. Wer die Nachrichten sieht, der weiß schließlich, wie wichtig eine solche Message gerade in Zeiten wie diesen ist.

Liberace

Liberace © AKG (HBO Films)

Derzeit erforschen wir mithilfe von Robotern (Spirit und Opportunity) den Planeten Mars. Sind Sie der Meinung, wir sollten bemannte Raumschiffe auf den Mars entsenden?
Unter dem Aspekt, die Menschheit vor dem Aussterben zu retten, halte ich eine bemannte Mars-Expedition für sinnvoll. So ein Unterfangen ist nicht utopisch, sondern könnte meiner Meinung nach im nächsten Jahrhundert
bereits realisiert werden. Ich unterhielt mich unter anderem mit einem Astronauten, dessen Zwillingsbruder auf einer Weltraumstation ist. Mithilfe der eineiigen Zwillingsbrüder untersuchen Wissenschafter Reaktionen des menschlichen Körpers auf der Erde und im Weltraum.

 Matt Damon und Luciana Barroso ---

Matt Damon und Luciana Barroso © Ciao Hollywood/Splash News/Corbis

Verstehen Sie den Astronauten-Jargon?
Bei allem, was über die Begriffe Wasser, Luft und Nahrung hinausgeht, verstehe ich Bahnhof. Astrodynamics ist so ein Wort, das sich gut anhört, ich aber nicht kapiere. Wissenschafter denken vollkommen anders als ich. Die gehen methodisch und logisch vor. Künstler dagegen liefern Kraut und Rüben.

Und im Kontext von „Der Marsianer” könnten Sie uns auch Erdäpfel liefern.
Und ob! Ein nützlicher Nebeneffekt ist, dass ich seit den Dreharbeiten Erdäpfel in allen Wachstumsstadien kenne und weiß, wie man sie anbaut. Und ich bemerke auch keinerlei negative Auswirkungen auf meinen Appetit für Kartoffelgerichte. Selbst gemachtes Erdäpfelpüree und Pommes frites zählen immer noch zu meinen Lieblingsbeilagen – gibt es eigentlich jemanden, der keine Pommes mag?

Welches Verhältnis haben Sie zu Disco-Musik?
Also mein Geschmack schließt sich dem von Mark Watney auf jeden Fall an, „I will survive“ ist die einzige Ausnahme.

Im „Marsianer“ ist Mark Watney nackt. Allerdings ist diese Nacktszene nicht mit Ihnen, sondern mit einem Bodydouble gedreht worden. Haben Sie eine „Keine Nacktszene“-Klausel in Ihren Verträgen?
Ridley Soctt und ich haben lange darüber gesprochen. Denn ich hätte die Nacktszene gemacht. Der Haken lag im zeitlichen Ablauf des Drehplans. Die Nacktaufnahme mit mir hätte nur zu Beginn gedreht werden können. Da wäre eine Gewichtsabnahme noch möglich gewesen. Im Laufe von Dreharbeiten Gewicht verlieren und zunehmen, ist sehr kompliziert und kostspielig. Mein Gewichtsverlust und die Zunahme hätten das Budget gesprengt. Dazu kam, dass ich für mein nächstes Filmprojekt überdurchschnittlich fit sein muss. So gesehen, bin ich total froh, dass Ridley Scott diesen gut aussehenden ungarischen Balletttänzer engagiert hat, der mich echt gut dastehen lässt.

Ihr nächstes Filmprojekt ist Bourne. Acht Jahre sind seit dem letzten Einsatz vergangen. Was können Sie uns bereits verraten?
Ja, der letzte Bourne kam 2007 in die Kinos, und wir haben auch lange überlegt, wie wir diese acht Jahre inhaltlich, aber auch filmtechnisch integrieren. Denn die ersten Bourne-Filme knüpfen ja aneinander an. 2004 verschwindet Bourne, das heißt, die Welt hat beim Kinostart 2016 mehr als ein Jahrzehnt nichts von Bourne gehört. Und ich bin um ein Jahrzehnt älter geworden. Der nächste Bourne ist also in jeder Hinsicht eine echte Herausforderung. Regisseur Paul Greengrass hat das Problem insofern gelöst, als er mich einmal in die Kraftkammer schickte. Ich muss einigermaßen fit aussehen, auch wenn die Zeit nicht spurlos an Jason Bourne vorübergegangen ist. Ich habe graue Haare, und ich bin nicht der Einzige. Jason Bourne darf endlich auch ergrauen.

Barbara Gasser 

Hier geht es zum Lebenslauf von Matt Damon.

Der Marsianer

Handlung:

Während ein gewaltiger Sandsturm die Notevakuierung der NASA-Basisstation auf dem Mars erfordert, wird der Botaniker Mark Watney (Matt Damon) fortgerissen und man glaubt, er sei ums Leben gekommen. Da der immer stärker werdende Sturm die Landefähre zu zerstören droht, gibt Commander Lewis (Jessica Chastain) schweren Herzens den Befehl, die Suche nach Watney abzubrechen und mit den verbliebenen vier Crewmitglieder zu starten, bevor es zu spät ist.

Aber Watney hat überlebt und versucht nun – vollkommen auf sich allein gestellt – auf dem unwirtlichen Planeten zu überleben. Mit seinem Einfallsreichtum, Überlebenswillen und dem Wenigen, das er hat, findet er einen Weg, der Erde zu signalisieren, dass er noch am Leben ist.  Millionen Meilen entfernt arbeiten die NASA und ein Team von internationalen Wissenschaftlern unermüdlich daran, den “Marsianer” heim zu holen; gleichzeitig planen seine Crewmitglieder eine waghalsige, wenn nicht gar aussichtslose Rettungsmission. Während dieses Vorhaben allen Beteiligten unglaublichen Mut abverlangt, rückt die Welt zusammen, um Watneys Rückkehr sicher zu stellen.

Über den Film: 

Produzent Simon Kinberg (“X-Men: Zukunft ist Vergangenheit”) war begeistert von dem Roman “Der Marsianer” von Andy Weir. Nachdem Kinberg mit Matt Damon (“Monuments Man – Ungewöhnliche Helden”, “Interstellar”) bereits an “Elysium” gearbeitet hatte, schickte er das Drehbuch sofort an den Schauspieler. “Matt war von der Geschichte genau so angetan, wie das Studio und ich”, erinnert sich Kinberg. “Er meinte, die Geschichte wäre lustig, aufregend und eine einzigartige Herangehensweise an eine Survival-Story. Wir konnten uns niemand anderen als Mark Watney vorstellen.”

Als auch Ridley Scott (“Exodus”, “The Counselor”) schließlich Zeit fand, das Projekt in die Tat umzusetzen, hatte sich für Drehbuchautor Drew Goddard ein Traum erfüllt. “Alles, was ich jemals geschrieben hatte, war von Scott beeinflusst. Die Chance mit ihm zu arbeiten, war als würde ein Traum wahr werden.” Mit Damon auf Mars-Mission sind Jessica Chastain (“A Most Violent Year”), Sebastian Stan (“The Return of the First Avenger”), Kate Mara (“House of Cards”) und Aksel Hennie (“Hercules”). Auf der Erde versuchen Chiwetel Ejofor, Sean Bean (“Jupiter Ascending”, “Waterloo”) und Jeff Daniels (“The Newsroom”, “Dumm und Dümmehr”) alles, um Mark Watney zu retten.

Entstanden ist ein hochspannendes Sci-Fi-Drama, das aber auch überraschenderweise mit viel Humor aufwartet und vielleicht eines von Ridley Scotts besten Werken überhaupt ist.

 

MATT DAMON IM TV 

BROTHERS GRIMM am 04.11.2015 um 22:00 Uhr auf Syfy/HD

INTERSTELLAR am 06.11.2015 um 21:45 Uhr auf Sky Cinema/HD 

MONUMENTS MEN : UNGEWÖHNLICHE HELDEN am 14.11.2015 um 22:15 Uhr auf Sky Emotion/HD

 

 

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via Chebli Mohamed

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