mardi 27 octobre 2015

Frankreich, wir kommen! Österreich im Fußballfieber

Der 8. September – der Tag, an dem das ÖFB-Team Sportgeschichte schrieb. Die EURO-Qualifikation nährt seither Hoffnungen auf weitere Sternstunden

Marcel Koller erlebte an jenem 8. September 2015, einem Dienstag, einen Höhenflug – im wahrsten Sinn des Wortes. Nach dem 4:1-Auswärtssieg gegen Schweden und der damit fixierten Teilnahme an der EURO 2016 in Frankreich, feierten den Schweizer nicht nur die 2.500 mitgereisten Fans des rot-weißroten Nationalteams frenetisch. Auch seine Spieler ließen den Wunderwuzzi des heimischen Fußballs hochleben. Immer wieder wurde der Teamchef von David Alaba, Marco Arnautovic und den anderen 21 Spielern in den Nachthimmel über der Friends-Arena im schwedischen Solna geworfen. Koller und das ÖFB-Team am Ziel aller Träume? Bei Weitem nicht.

Großer Optimismus vor der Europameisterschaft

Die Fußballwelt feierte Österreich
Rückblende: Herbst 2013. Der Traum von der Teilnahme bei der WM 2014 in Brasilien lebte noch – doch ÖFB-Präsident Leo Windtner blickte schon in die Zukunft. „Die Teilnahme in Brasilien streben wir an, aber die EURO 2016 ist ein Muss. Wenn wir nicht dabei sein sollten, dann wäre das ein herber Rückschlag“, skizzierte der ÖFB-Boss seine Erwartungen. Der WMTeilnahme 2014 standen – damals noch – die übermächtigen Schweden im Weg. Die Enttäuschung war groß, die Frage, ob Marcel Koller als ÖFB-Teamchef bleibt, stand im Raum. Koller entschied sich für seine Wahlheimat Österreich. Gegen seine eigentliche Heimat, die Schweiz. „Dies war, auf den Fußball bezogen, die schwierigste Entscheidung, die ich in meiner Karriere treffen musste.“ Aber für ihn war der Weg noch nicht zu Ende. Das Ziel, Österreich zur EURO-Endrunde 2016 zu führen, sollte er schlussendlich früher als gedacht erreichen. Österreich feierte seine Fußballhelden. Österreich feierte Marcel Koller. Und die Fußballwelt feierte Österreich. Während man sich von Bregenz bis Wien schon allein an der Tatsache der erstmaligen sportlichen Qualifikation für eine EM-Endrunde berauschte, waren Fußballexperten ob der Art und Weise, wie sich das ÖFB-Team qualifizierte, entzückt. SKY-Chefkommentator Marcel Reif schrieb etwa in einer Kolumne von der „glorreichen Reise der Elf von Marcel Koller durch Europa“. „Die österreichische Mannschaft hat mich sehr beeindruckt“, meinte etwa der ehemalige Trainer des italienischen Teams, Cesare Prandelli. „Das ÖFB-Team ist stark gewachsen, weil es stark auf Planung gesetzt hat.“ Und dieses Wachstum soll noch nicht vorbei sein. Frei nach dem Motto: „Das Beste ist noch nicht vorbei.“ Dafür gibt es mehrere Anhaltspunkte. Einer davon – die FIFA-Weltrangliste. Im Oktober hat das ÖFB-Team ein neues Allzeithoch erreicht: Platz elf. Bei Kollers Amtsantritt im November 2011 war man als 71. um exakt 60 Positionen schlechter platziert. Ein Höhenflug wie dieser – selbst für Berufsoptimisten mit rot-weiß-roter Brille utopisch. Und das Thema Utopie kommt auch in diesen Tagen wieder auf. Wenn es um die Frage geht, was dieses ÖFB-Team kommenden Sommer bei der EMEndrunde erreichen kann. „Wenn ich jetzt sage Halbfinale, dann wird man sich wahrscheinlich fragen: Spinnt der oder meint er das ernst?“, ließ etwa Red-Bull-Salzburg-Trainer Peter Zeidler aufhorchen. Und Zeidler meint es ernst, traut der Koller-Elf viel zu. Wie auch Rapid-Coach Zoran Barisic: „Wenn sie gut starten, dann hoffe ich, dass sie die Gruppe überstehen und ins Achtel-, Viertel oder vielleicht Semifinale kommen.“

Kein Limit in Sicht
Teamchef Koller – nicht gerade bekannt für Sprücheklopferei – formulierte es in einem Interview mit Sky Sport News HD anders: „Limit soll es keines geben, wenn wir weiter gut spielen, die Spieler bereit sind, den Weg mitzugehen und auch nicht hochnäsig oder unzufrieden sind und sich weiter nach vorn entwickeln wollen, dann setze ich keine Grenzen. Wo das hingeht, wissen wir jetzt allerdings noch nicht.“ Für heimische und internationale Wettanbieter ist Österreich jedenfalls bereits zu einer fixen Größe geworden. Während man vor einigen Jahren schon viel Geld dafür bekommen hätte, wenn man nur auf die Qualifikation Österreichs für eine WM- oder EM-Endrunde getippt hat, mausert sich die ÖFB-Elf langsam, aber sicher zu einem Geheimtipp für Frankreich. Wer auf Österreich als Europameister 2016 wettet, bekommt zwar immer noch – je nach Anbieter – das 50- bis 60-Fache seines Einsatzes retour. Hier zum Vergleich: Bei der Heim-EURO im Jahr 2008 war Österreich 1:101-Außenseiter. Wie sich die Zeiten doch ändern…

Genugtuung für unsere Fußballseele
Im November wird Marcel Koller sein Team zu einem Trainingslehrgang inklusive Testspiel einladen, ehe sich am 12.12.2015 ab 18 Uhr die Augen der Fußballwelt nach Frankreich richten. Dort werden im Palais des congrès de Paris die EURO-Gruppen ausgelost. Und Österreich wird nicht unbedingt ein Wunschlos der vermeintlich großen Fußballnationen sein. Den Grund erklärt Peter Stöger, Trainer des 1. FC Köln und Mitglied des österreichischen WM-Teams von 1998: „Wenn ich sehe, wie das Team spielt, dann wird es auch für richtig gute Nationen schwer, uns zu schlagen. Die Mannschaft ist auf einem super Weg.“ Ein Weg, der Balsam und Genugtuung für Österreichs zuletzt so oft geschundene Fußballseele ist. Ein Weg, auf dem die Qualifikation für die EM-Endrunde nur eine Zwischenstation sein soll.

Peter Weihs

Weitere Infos gibt es auf skysportaustria.at und http://ift.tt/1KCjGgS

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via Chebli Mohamed

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