Ben Stiller und Owen Wilson © Getty Images
Der Plot mag übertrieben und bescheuert sein. Aber allein wegen der vielen Gastauftritte ist er das Kinoticket wert. Suchen Sie nur nicht nach einem Sinn und amüsiere Sie sich einfach.
Haben Sie das Original „Zoolander“ gesehen? Es ist 15 Jahre her seitdem die Verarschung der Modewelt in die Kinos kam und der Erfolg am Boxoffice war eher lauwarm. Die Kritiken waren auch eher gemischt. Der angesehene Filmkritiker Roger Ebert gab dem Film damals nur einen Stern (aus 5 möglichen) und schrieb: „Manche Artikel fragen warum alle Amerika sie hassen. Ich gebe da als Antwort ein Beispiel aus Hollywood, „Zoolander“. Eine Komödie über einen Plot um den malaysischen Premierminister zu töten, weil er gegen Kinderarbeit ist. Bitte lesen Sie den Satz noch ein zweites Mal.“ Das ist ehrlich gesagt im Nachhinein jetzt wirklich zum Brüllen, das Ebert den Film so ernst nahm. Aber der Film kam am 28. September – also nur 17 Tage nach den Anschlägen auf das World Trade Center heraus und die Stimmung war angespannt. Erst als der Film von Ben Stiller (er schrieb am Drehbuch gemeinsam mit Drake Sather und führte Regie) auf DVD rauskam, lachte Amerika über die hohlen Witze. Denn anders kann man das nicht beschreiben.
Für diejenigen, die den Plot nicht kennen, ein kurzer Überblick: Derek Zoolander (Ben Stiller) ist das bekannteste männliche Model der Welt, dessen Erfolg von einem Neuling in der Modebranche, Hansel (Owen Wilson), überschattet wird. Will Ferrell spielt einen durchgeknallten Modeschöpfer namens Mugatu, der sein Modelabel aufrecht erhält und nun angenervt ist, dass Kinderarbeit abgeschafft werden soll. Vor allem der malaysische Premierminister ist ihm dabei ein Dorn im Auge. Der Film impliziert, dass die Modebranche schon seit Jahrzehnten männliche Models durch Gehirnwäsche zu Attentätern macht. Ich sagte, hohl. Aber es ist leider auch zum Brüllen komisch.
Ben Stiller © Getty Images
In „Zoolander“ werden wirklich alle verarscht und viele Stars machten mit: Justin Theroux ist dabei, ebenso Billy Zane, Milla Jovovich, Jon Voigt, David Duchovny. Andere haben Cameos (Gastrollen als sie selbst) wie Heidi Klum, Paris Hilton, Lance Bass, Gwen Stefani, Lenny Kravitz und viele mehr. Ja, selbst David Bowie war damals dabei als Schiedsrichter in einem Walk-Off (eine Art Duell auf dem Laufsteg). Außerdem war die gesamte Stiller-Familie in Rollen zu sehen. Dereks Agent Maury Ballstein ist Jerry Stiller, sein Vater. Seine Mutter Anne Meara und Schwester Amy sind in kleineren Rollen mit dabei. Und seine Frau Christine Taylor spielt die Journalistin Matilda, die Derek retten will.
Die Handlung ist albern und man kann sie wirklich nicht ernst nehmen. Trotzdem schaffte Stiller etwas ungewöhnliches, was einen Langzeiteffekt hat: Er kreierte den Witz mit dem „Magnum“-Gesichtsausdruck, der bis heute ein Supergag ist. Im Film wird behauptet, dass kein anderes Model bessere Ausdrücke hat. Ein Kalender zeigt seine Vielseitigkeit auf 12 Kalenderseiten – aber es ist immer dasselbe Gesicht. Außer, dass Zoolander diesen immer andere Namen gegeben hat – wie Blue Steel. Oder eben Magnum.
Dieser Gag stammt übrigens aus einem Sketch, den Stiller für den Musiksender VH1 entwickelt hatte. Für einen Auftritt 1996 bei den VH1/Vogue Fashion Awards verarschte er das damalige echte männliche Supermodel Mark Vanderloo (der Name Zoolander entwickelte sich daraus) aus den Niederlanden (googeln Sie ihn ruhig. Er war ausgesprochen attraktiv. Und als kleine Nebeninfo: Vanderloo ist so „hot“, dass er als Vorlage für Commander Shepard in der „Mass Effect“ Trilogie herhielt – das ist eines meiner Lieblings-Videospiele).
Jetzt ist Zoolander zurück. Gleich zu Beginn wird Justin Bieber niedergemetzelt, aber nicht bevor er noch schnell ein Selfie mit Magnum-Gesichtsausdruck auf Instagram stellt. Keine Panik, ich verrate nichts, was nicht schon im Trailer ist. Der Plot ist genauso hanebüchen wie zuvor: Schöne Popstars werden umgebracht und Valentina (Penelope Cruz) aus der „Fashion Abteilung“ von Interpol muss dem nachgehen und braucht die Hilfe von Derek Zoolander und Hansel. Erneut sind etliche Stars dabei – es ist fast wie ein Ratespiel, wo man erkennen muss, wer wo auftaucht. Ich möchte da nicht allzu viel verraten, denn das Ratespiel ist der größte Spaß beim Schauen des Films. Aber es sind Massen von Popstars, Models, Schauspielern und sogar namhafte Designer dabei. Und Benedict Cumberbatch in einer der abgefahrensten Szenen, die Sie je sehen werden.
Klar, clever wird man nicht, wenn man „Zoolander 2“ guckt. Ich würde sogar behaupten, er killt ein paar Gehirnzellen. Aber man muss schließlich mal albern sein können. Machen Sie vor dem Kino ein Selfie mit Magnum-Smile und stellen Sie es auf Ihre Facebook-Seite. Es wird bestimmt gut ankommen. Und genauso schnell vergessen werden wie der neueste Modetrend.
Fragen? Ideen? Kommentare? Schreiben Sie Julide eine Email an holodeck@interzonenews.com
Julide Tanriverdi
The post „Zoolander 2“ tötet Justin Bieber und unzählige Gehirnzellen appeared first on BESSER - das Hollywood-Magazin.
via Chebli Mohamed
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